Pressemitteilungen

Asiatische Geschichten in der Kornmühle

Erzählcafé Gleis 7
Soloauftritt in Dörenberg-Klinik mit Märchen und Liedern

habb Bad Iburg. Märchenträume mit musikalischen Überraschungen präsentierte Werner Deflorian jetzt in der Dörenberg- Klinik. „Die älteste Form der Unterhaltung und auch der Vermittlung von Wissen sind das Märchen- und Geschichtenerzählen sowie das Singen“, umreißt der Entertainer sein ebenso vielseitiges wie locker gestaltetes Programm. Es sei Vollmond und typisches Novemberwetter und von daher auch das richtige Stimmungslicht für eine Märchenstunde, greift Deflorian die „idealen äußeren Bedingungen für einen launigen Abend“ auf.
In seinem kurzweiligem Auftritt führte der Erzähler mit seinen Märchen, Erzählungen und Geschichten die Zuhörer rund um den Globus. Vom Fernen Osten in China, Vietnam und Japan über den Orient und Südamerika ging es mit holländischen, schweizerischen und schottischen Erzählungen bis nach Europa. Aufgelockert durch sein Gitarrenspiel und Lieder von Peter Horton, Udo Jürgens und Hubert von Goisern, verging die Reise wie im Flug.
Große Begeisterung im Publikum löste seine Fabel von der Henne Penne, dem Gockel Bockel, der Ente Plente, dem Gänschen Hänschen und dem Truter Puter mit schneller Namenswiederholung als Zungenbrecher aus, die allesamt schließlich den Füchsen Büchsen zum Opfer fielen. „Wann verspricht er sich denn mal?“, war seine an ihn selbst gerichtete Frage, die er im Publikum vermutete. Als geborener Österreicher durfte natürlich auch der Wiener Schmäh und der alpenländische Dialekt nicht fehlen. Er sei „ein entflohener Tiroler, den es bis in die norddeutsche Tiefebene verschlagen hat“, so der Erzähler verschmitzt. Märchen und Geschichten hätten immer etwas mit Menschen zu tun und seien kulturelles Gut vieler vergangener Völker, ist Deflorian überzeugt. Oft steckten nicht auf den ersten Blick erkennbare Wahrheiten in den Erzählungen, man müsse nur den Kern einer Botschaft erkennen. Das gelte besonders für asiatische Überlieferungen. Märchen seien daher philosophisch hintergründig, nicht selten tragisch, jedoch auch humorvoll und witzig, umreißt er die Bandbreite der Erzählungen. Mit dem Volkslied „Abendstille überall“, als Canon vom gesamten Auditorium mitgesungen, klang ein unterhaltsamer Abend in der Klinik aus.

NOZ - Bad Rothenfelde vom 10. 11. 2014

Märchenträume und Marimba
Gruselige Märchen im gemütlichen Liegestuhl

Ein Holzfäller wird von einer Spinne in ein irreales Traumleben gezogen, ein Goldschatz erlebt seine Auferstehung als klapperndes Gespenst, und ein Dachs mit zwei Köpfen frisst arglosen Wanderern die Köpfe ab.

In diese skurrile Mischung aus japanischen Märchen und Mythen entführte am Freitag Märchenerzähler Werner Deflorian sein Publikum – nicht irgendwo, sondern unter dem aktuellen Sternenbild im Planetarium am Schölerberg.

In der Dunkelheit, gemütlich im Liegestuhl eingerichtet, konnte man sich aber nicht etwa bei leichter Kost entspannen. Die von Deflorian ausgewählten Geschichten sorgten ob ihrer außergewöhnlichen Inhalte eher für angespanntes Lauschen. ....

Neue Osnabrücker Zeitung vom 24. 11. 2009 – S. 27, KULTUR REGIONAL

Kopfkino mit passender Musik

Werner Deflorian und Hermann Helming bieten Märchen haftes Minden (rgr). Märchen brauchen so eine rustikale Atmosphäre, wie sie die Margarethen-Klus in der Nähe der sagenumwobene Wittekindsburg auf dem Wiehengebirge bietet und einen guten Erzähler wie Werner Deflorian, um zu atmen.
Von Rolf Graf

Die Veranstaltung, aus der Kreiskulturreihe "Literarische Begegnungen" und des LandArt-Festivals hatte Besucher von Jung bis Alt in die bis zum letzten Platz besetzte kleine Kapelle gelockt. Bekannte und unbekannte Märchen, Mythen, Sagen und Geschichten hatte der Tiroler Erzähler mit dem charakteristischen Akzent mitgebracht.

"Kommen Sie mit in die Welt, wo die Wirklichkeit noch nicht entzaubert ist", lädt er ein.

Seine intensive Art zu erzählen, die ruhige, sichere Sprechweise, klare Artikulation und der Mut zur Pause zieht die Besucher schnell in den Bann. Mit sparsamen Gesten trägt Deflorian Geschichten aus nahen und fernen Welten vor, die oft einen erhellenden Blick in die Seele fremder Kulturen mit ihren Sehnsüchten, Überzeugungen und Ängsten freigeben. Intensivierend wirkt die Untermalung des Erzählten mit den feinen Marimbaklängen des Osnabrückers Hermann Helming. Manchmal stellt sein virtuoses Spiel die Handlung lautmalerisch dar und dann wieder verstärkt er mit mystisch wirkenden Klängen einfach die fremdartige Stimmung der Handlung oder bildet Flächen, die im Kontrast stehen und als Hintergrund das Erzählte scharfzeichnen.

Text und Musik verschmelzen oft zu einer Einheit, die in der Fantasie der Zuhörer kleine Filme mit passender Musik entstehen lässt. Auch zwischen den Texten verzaubert Helming das Publikum mit instrumentalen Stücken aus eigener und fremder Feder. Die Zuhörer bedanken sich bei den Künstlern mit herzlichem Applaus.